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Flächenknappheit, Staus durch Lieferverkehr, Feinstaub- und CO₂-Emissionen – in Gewerbegebieten sorgt der Verkehr für besondere Herausforderungen. Wie Unternehmen diesen mit nachhaltigen Konzepten und kreativen Kooperationen begegnen können, zeigte unser Online-Seminar „Nachhaltige Mobilität in Gewerbegebieten“ im Rahmen unseres Projektes „Bremer Unternehmen sparen CO₂“ gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB).

In Gewerbegebieten herrscht viel Verkehr auf oft engem Raum – das sorgt für Probleme, bietet aber zugleich große Chancen für nachhaltige Mobilität. Zum Beispiel in Form von Unternehmens-Kooperationen: „Gewerbegebiete eignen sich oft für eine Ladeinfrastruktur für E-Autos“, sagte Mobilitätsexperte Michael Pelzl. „Setzen in so einem Areal mehrere Betriebe auf E-Mobilität, senkt das für die Beteiligten die Investitionskosten.“

Chancen für und mit E-Mobilität im Gewerbe

E-Autos und E-Transporter böten längst genug Reichweite für Einsätze im urbanen Raum. „Im Handwerk kommen viele Betriebe auf nur rund 100 Kilometer am Tag“, so Pelzl. „Da reicht eine Akku-Ladung locker.“ Zumal eine eigene oder mit einem Nachbarunternehmen gemeinsam betriebene Ladeinfrastruktur vor Ort ein komfortables und sicheres Laden ermöglicht. Auch eine gemeinsame Fahrzeugnutzung, beispielsweise durch Carsharing biete sich an. Das senke die Investitions- und Betriebskosten und sorge für eine bessere Auslastung. Das schon Ressourcen. Um diese Potenziale zu heben, sei Kommunikation entscheidend: „Man weiß oft zu wenig voneinander, die Menschen müssen näher zusammenrücken.“

Fahrradförderung bei Mitarbeitermobilität

Auch der verstärkte Einsatz von Fahrrädern helfe, den Verkehr in Gewerbegebieten zu entlasten und zugleich das Klima zu schonen, meinte Sven Eckert, Geschäftsführer des ADFC Bremen. „Bei rund 40 Prozent aller Autofahrten handelt es sich um Strecken unter sechs Kilometern“, so Eckert. „Da bietet sich das Fahrrad als Ersatz an.“ Das habe etliche Vorteile: Weniger Kosten, gesündere Mitarbeitende und weniger Flächenverbrauch durch Parkplätze. Unternehmen könnten Diensträder leasen, Spinde und Umkleiden bereitstellen und für gute Abstellmöglichkeiten sorgen, um die Nutzung des Drahtesels attraktiver zu machen.

Handlungsfeld Mobilität liegt bei CO₂-Einsparungen zurück

Klar ist: Es gibt Handlungsbedarf: „Während in der Energiewirtschaft, der Landwirtschaft und der Industrie die CO₂-Emissionen sinken, passiert im Mobilitätssektor nur wenig, der Anteil der erneuerbaren Energien stagniert bei rund fünf Prozent“, erläuterte unsere Kollegin Stella Reulecke, die für unsere „energievisite:mobilität+“ verantwortlich ist. „Wir wollen mit dieser Veranstaltung Unternehmen in Gewerbegebieten dazu anregen, durch Zusammenarbeit Verkehr zu vermeiden und auf nachhaltigere Transportmittel umzusteigen.“

Nachhaltige Infrastruktur muss attraktiver werden

Diese müssen aber attraktiver werden. „Fußwege in schlechtem Zustand, fehlende Fahrradbügel und eine ungünstige Taktung des ÖPNV bieten viel Verbesserungspotenzial“, berichtete Kathrin Kruse, Gewerbegebietsmanagerin bei der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH. Dabei biete der Umstieg auf nachhaltige Mobilität viele Vorteile, führte Kruses Kollegin Deike Bemmer aus: „Unternehmen senken ihren CO₂-Ausstoß, der Lärm nimmt ab und gut für das Image ist es auch.“

Das Projekt „Bremer Unternehmen sparen CO₂“ wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), Investition in Bremens Zukunft. Projektträger ist energiekonsens, die gemeinnützige Klimaschutzagentur für Bremen und Bremerhaven. Kooperationspartner sind die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) und die Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung (BIS).