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Die Herausforderung ist groß: Für den Klimaschutz müssen im Verkehr die Treibhausgasemissionen deutlich sinken – während gleichzeitig die Menge an transportierten Gütern steigt. Welche Möglichkeiten die Logistikbranche hat, ihren CO₂-Fußabdruck zu verkleinern, und wie Bremer Unternehmen diese nutzen, hat unsere Veranstaltung „Kooperationen für nachhaltige Mobilität: Gemeinsame Logistik“ gezeigt.

Vor allem in den Städten zeigt sich, was die Zunahme von Lieferungen bedeutet: Die Straßen werden lauter, der Verkehr zäher und die Luft schlechter. Welche Maßnahmen diese Effekte abmildern können, erläuterte Paul Stillger vom BUND Bremen: „Logistikunternehmen können Lieferungen für die Innenstädte bündeln und diese weiter an den Einzelhandel und Privatkunden senden“, so der Experte. „Eine City-Maut, durch die jede Einfahrt in die City Kosten verursacht, könnte hier Anreize setzen.“

Um die letzte Meile möglichst CO₂-neutral zurückzulegen, könnten außerdem städtische Mikrodepots eingerichtet werden, von denen aus Kuriere die Ware per Lastenrad zum Empfänger bringen. Weiterhin könnten Zeitfenster für ausgewiesene Ladeflächen gebucht werden, wodurch das Parken in der zweiten Reihe vermieden würde. Umweltzonen gibt es zwar bereits in etlichen Städten, doch plädiert der Experte dafür, strengere Regeln zu setzen. Das würde alternative Antriebe begünstigen und so die Feinstaub- und Stickoxidbelastung reduzieren. Förderprogramme könnten hier außerdem den Kostendruck von den Betrieben nehmen.

BLG plant 80.000 qm große Photovoltaikanlage

Doch die Logistikbranche erzeugt nicht nur über den Verkehr Emissionen. Auch die Standorte selbst können umweltfreundlicher gestaltet werden. Mit dem Projekt C3 will der Logistikdienstleister BLG im Güterverkehrszentrum Bremen (GVZ) Maßstäbe setzen. Der Name C3 steht für „customer“, „climate“ und „comfort“. „Bei dem Neubau stehen die Kundenwünsche, das Thema Nachhaltigkeit und die Bedürfnisse der Mitarbeitenden im Fokus“, erläuterte Projektleiter Matthias Klawitter.

Um Ressourcen zu schonen, sind beispielsweise eine vollflächige Photovoltaik-Anlage auf dem rund 80.000 Quadratmeter großen Hallendach, eine effiziente Gebäudehülle sowie eine Regenwasserzisterne geplant. Außerdem sollen eine intelligente Lichtsteuerung, eine Grünanlage mit heimischen Gehölzen und Obstbäumen sowie Wildblumenwiesen der Ökologie Rechnung tragen. Schon Ende 2022 soll der Bau abgeschlossen sein und der Standort in Betrieb gehen.

Projekt "Urban-BRE" will Ressourcen schonen

Für das GVZ Bremen, das im deutschen und europäischen Ranking die Nummer Eins belegt, verfolgt die GVZ Entwicklungsgesellschaft mbH (GVZe) etliche Maßnahmen im Sinne des Klimaschutzes: „Hinter der GVZ-Idee steckte immer schon ein grüner Gedanke“, so Svetlin Ivanov. „Denn es geht darum, Ressourcen und Infrastruktur zu bündeln und durch kombinierte Verkehre auch CO₂ einzusparen.“ Zentral sei hierbei die gute Anbindung an Straße, Schiene und das Wasser, wodurch unnötige Umwege vermieden würden.

Auch aktuell arbeitet die GVZe gemeinsam mit Partnern daran, die Logistik in Bremen mit konkreten Projekten nachhaltiger zu gestalten. Das vom Wirtschaftsressort geförderte Projekt „Urban-BRE – electromobile Citylogistik in Bremen“ bündelt Sendungen für die Innenstadt und verteilt diese auf Microhubs, von wo aus sie per E-Lastenrad zu den Empfängern gebracht werden. „Damit können wir nicht nur Paketsendungen, sondern auch Stückgut und Paletten transportieren“, so Ivanov.

Imagegewinn für die Logistikbranche

Zwar habe sich die Sendungsmenge seit Projektstart 2019 verdoppelt, aber das reiche noch nicht für einen wirtschaftlichen Betrieb ohne Förderung. „Das Projekt trägt zu einer anderen Wahrnehmung bei und sorgt für einen Imagegewinn der Logistikbranche“, meint Ivanov. Außerdem gehen alle Partner davon aus, dass Urban-BRE zukünftig auch wirtschaftlich betriebenen werden kann.

Erste Schritte auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Transportwesen werden also bereits gemacht – in geförderten Projekten, aber auch in der Unternehmenspraxis. Doch neben der Logistik hat die betriebliche Mobilität weitere Facetten, die es zu beachten gilt, um den CO₂-Ausstoß zu verringern. Diese nimmt unsere Veranstaltungsreihe „Kooperationen für nachhaltige Mobilität“ aus unserem Projekt "Kooperation CO₂" in den Blick. Weitere Informationen dazu sowie die Aufzeichnungen der einzelnen Veranstaltungen finden Sie hier.

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Über das Projekt

"Kooperation CO₂“ ist Teil des Projekts "Bremer Unternehmen sparen CO₂", gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), Investition in Bremens Zukunft sowie aus Mitteln der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau. Projektträger ist energiekonsens, die gemeinnützige Klimaschutzagentur für Bremen und Bremerhaven. Kooperationspartner sind die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) und die Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung (BIS).

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