Die Energiekosten steigen, die Auswirkungen des Klimawandels sind immer deutlicher zu spüren und der CO₂-Ausstoß sinkt nur langsam. Dagegen helfen Energiesparen, mehr Energieeffizienz und die Erschließung erneuerbarer Energiequellen. Ein Kraftakt, der nur gemeinsam gelingen kann!

Blumenthal in Bremen-Nord ist ein gemischter Ortsteil mit vielen Einfamilienhäusern, Geschosswohnungsbau, der Mühlenstraße als alter Einkaufsstraße, Parks und dem alten Gelände der Wollkämmerei als sich weiterentwickelndes Gewerbegebiet. Für einen Bereich dieses Ortsteils (s. Karte) wird ein sogenanntes „integriertes energetisches Quartierskonzept“ erstellt. Ziel des Konzepts ist die Darstellung des Modernisierungspotenzials und die Entwicklung von nachhaltigen und praktikablen Quartierslösungen für die Bereiche Wärmeversorgung, Mobilität und Anpassung an den Klimawandel gemeinsam mit Ihnen.

Projektgebiet ieQ Blumenthal
© energiekonsens, © Open Street Map contributors
Das Projektgebiet im Ortsteil Blumenthal (rote Gebäude). © energiekonsens; Kartengrundlage: © Open Street Map contributors

Aktuelles & Termine

Zu den Veranstaltungen

Weitere kostenfreie Vorträge zu Sanierungsthemen in Blumenthal (und weiteren Quartieren) finden Sie in unserer Veranstaltungsreihe "Energetisches Sanieren - machen Sie Ihr Haus fit für die Zukunft!"

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Vergangene Termine

16.04.2024: Klimafreundlich unterwegs – Mobilitätsmaßnahmen im Quartier

Ziel des Workshops in der Burg Blomendal war es, gemeinsam mit Anwohner*innen Maßnahmen für das Quartier zu entwickeln, die dazu beitragen, klimafreundliche Mobilitätsformen attraktiver zu gestalten und Emissionen im Verkehrsbereich zu reduzieren. Zunächst stellte Katrin Matthes von beks EnergieEffizienz die Bestandsaufnahme zu Infrastruktur und Treibhausgasbilanz vor und fragte nach den Einschätzungen der Teilnehmenden zu den Ergebnissen. In Bezug auf den Autoverkehr wurde festgestellt, dass der Parkdruck im Quartier gering sei und genügend Parkplätze zur Verfügung stünden. Die Taktung der Bahnanbindung nach Bremen wurde hingegen bemängelt und der Wunsch nach einer häufigeren Taktung wurde genannt. Ebenfalls bemängelt wurden fehlende sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, vor allem am Bahnhof. In einem weiteren Vortrag stellte Lena Schildbach, Referentin für autoarme und nachhaltige Quartiersentwicklung bei der Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung, Ziele und Maßnahmen der Stadt Bremen in Bezug auf eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung vor. Die Teilnehmenden bekamen einen hilfreichen Einblick in laufende Aktivitäten der Stadt und mögliche Maßnahmen zur Förderung einer klimafreundlichen Mobilität. In einer angeregten, gemeinsamen Diskussion wurden schließlich Maßnahmen für das Quartier in Blumenthal gesammelt.

Ergebnisse:

Weitere Links:

14.02.2023: Starkregen und Hitze – so schützen Sie Ihr Haus

Die Veranstaltung machte deutlich, warum für Eigentümer*innen neben CO₂-Sparmaßnahmen wie Dämmung, Wärmewende und Photovoltaikanlagen im Bereich Klimaschutz auch die Anpassung an die Folgen des Klimawandels wichtig ist. Schon heute befinden wir uns nahe an 1,5 °C mittlerer globaler Erderwärmung und werden selbst unter größten Ambitionen zunächst eine weitere Zunahme der durchschnittlichen Temperatur sehen. Damit einher gehen eine steigende Anzahl an heißen Tagen und Nächten, weniger Frost sowie wahrscheinlich häufigere und heftigere Extremereignisse wie Starkregen und Dürren. Für Gebäudeeigentümer*innen bedeutet das unter anderem tendenziell häufigere Überflutungen von Grundstück und Keller, häufiger stark aufgeheizte Räume und Gebäudeumgebung sowie Trockenheit und geringeres Wasserangebot im (Vor-)Garten. Deshalb wird neben dem Klimaschutzziel „klimaneutrales Quartier“ auch das Thema Klimaanpassung durch das Quartierskonzept berücksichtigt.

Auf der Veranstaltung haben wir einige Tipps und Maßnahmen vorgestellt, mit denen Sie ihr Gebäude weniger anfällig für diese Auswirkungen des Klimawandel gestalten können. Hierzu zählen z. B. Entsiegelung und Begrünung (auch auf dem Dach und an der Fassade), Hitzeschutz durch Verschattung (z. B. durch Bäume oder Markisen), Regenwassernutzung und -speicherung, bauliche Barrieren zum Starkregenschutz (z. B. Aufkantungen), technischer Überflutungsschutz im Keller (Kanalsanierung, Rückstausicherung, Hebeanlage), Umlagern von wasserempfindlichen Gegenständen und Dokumenten im Keller und weitere Maßnahmen.

Einen Überblick zu den Maßnahmenvorschlägen sowie zu Beratungs- und Fördermöglichkeiten finden Sie in der auf der Veranstaltung gezeigten Präsentation der Bremer Umwelt Beratung sowie auf der Website der Bremer Umwelt Beratung.

Häufige Fragen zum Quartierskonzept

Was ist ein energetisches Quartierskonzept?

Das Quartierskonzept der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens gibt den Hauseigentümer*innen in Blumenthal eine freiwillige und kostenlose Hilfestellung bei der Entscheidung und Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen. Ziel des Quartierskonzepts ist es, Wege zu einem klimaneutralen Quartier aufzuzeigen. Ein integriertes energetisches Quartierskonzept bildet die Gesamtenergiebilanz eines Quartiers und Empfehlungen für Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung ab. Im Fokus stehen dabei die energetische Sanierung der Gebäude und klimafreundliche Energie- und Wärmeversorgungslösungen. Aber auch weitere Themen wie die Mobilität im Quartier werden berücksichtigt und sinnvoll miteinander verknüpft.

Professionelle Energieberater*innen nehmen im Quartier übliche Häuser unter die Lupe und sprechen auf dieser Basis Empfehlungen für energetische Sanierungsmaßnahmen im Quartier aus – sowohl individuelle Maßnahmen als auch gemeinschaftliche Maßnahmen für ganze Straßenzüge oder das Quartier insgesamt. Weitere wichtige Themen sind klimafreundliche Heizungslösungen, Solarenergie, klimafreundliche Mobilität und die Anpassung an den Klimawandel.

Hauseigentümer*innen im Quartier sind dabei herzlich eingeladen, Ideen und Vorschläge für ihren Stadtteil einzubringen. Bei der Präsentation der Ergebnisse erfahren Hauseigentümer*innen, welche Maßnahmen sich sowohl aus Klimaschutz- als auch aus wirtschaftlichen Gründen für ihr Haus und ihr Quartier besonders lohnen würden. Dabei werden aktuelle Fördermöglichkeiten einbezogen.

Was bietet mir ein energetisches Quartierskonzept?

Zunächst bietet das Quartierskonzept Information und eine professionelle Entscheidungsgrundlage für individuelle und gemeinschaftliche energetische Maßnahmen in einem Quartier: Welche Dämmmaßnahmen versprechen einen besonders hohen Effizienzgewinn bei den üblichen Gebäudetypen im Quartier? Mit welchen Kosten müssten Hauseigentümer*innen rechnen und wie hoch wären die voraussichtlichen Nebenkosteneinsparungen? Könnte eine gemeinschaftliche Wärmeversorgung für die Nachbarschaft technisch umgesetzt und wirtschaftlich betrieben werden? Was wären die Voraussetzungen, Kosten und nächsten Schritte? Solche und viele weitere Fragen werden in dem Konzept von Expert*innen anhand von lokalen Daten und exemplarischen Musterberatungen beantwortet. Die in dem Konzept entwickelten Empfehlungen für energetische Maßnahmen sollen Hauseigentümer*innen Hilfestellung geben. Ob am Ende des Konzeptes Maßnahmen umgesetzt werden und wenn ja, welche entscheiden immer die Hausbesitzer*innen selbst. Durch ein energetisches Quartierskonzept wird niemand zum Sanieren gezwungen, niemand muss sich an gemeinschaftlichen Vorhaben beteiligen. Begleitend zur Konzepterstellung bietet die gemeinnützige Klimaschutzagentur energiekonsens auch kostenfreie Infoveranstaltungen und Gruppenberatungen zu einzelnen Energiethemen im Quartier an.

Kostet mich das Quartierskonzept oder die damit verbundenen Beratungen und Veranstaltungen etwas?

Nein. Das Quartierkonzept ist eine unabhängige und kostenfreie Hilfestellung für Hauseigentümer*innen in Blumenthal. Sämtliche Aktivitäten bei der Entwicklung und Begleitung des Quartierskonzeptes (z.B. Musterberatungen, Infoveranstaltungen, Gruppenberatungen) sind kostenfrei – die Teilnahme ist freiwillig. Initiiert wurde das zusätzliche Informations- und Austauschangebot von der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens, finanziert wird es von der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft sowie durch Mittel der KfW-Bank.

Muss ich jetzt mein Haus sanieren?

Nein. Eigentümer*innen können selber entscheiden, ob und wann sie Sanierungsmaßnahmen an ihrem Haus vornehmen oder sich an gemeinschaftlichen Lösungen beteiligen wollen. Durch das Quartierskonzept entstehen keine Verpflichtungen zur Sanierung – es dient der Information und des persönlichen Austausches. Mit Blick auf die immer stärkeren Auswirkungen der Klimakrise und auch die immer teureren Energiekosten im Zuge von fossilen Abhängigkeiten und der wachsenden CO₂-Bepreisung wollen jedoch bereits viele Hauseigentümer*innen schnell handeln. Die Ergebnisse des energetischen Quartierkonzeptes sollen hier unabhängige Hilfestellung geben.

Warum wurde Blumenthal für das Quartierskonzept ausgesucht?

In Blumenthal wird eins von insgesamt vier energetischen Quartierskonzepten erstellt, die von der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens im Land Bremen initiiert wurden. Ein weiteres befindet sich im Stadtteil Hulsberg („Klein-Mexiko und umzu“), eins in Borgfeld-Katrepel und ein weiteres im Erfinder-Viertel in Bremerhaven. In Blumenthal bietet sich dabei die Chance, in einem für den Stadtteil bedeutsamen Transformationsprozess, neben den städtebaulichen Entwicklungen (IEK, Sanierungsgebiet) auch die klimaneutrale Energie- und Wärmeversorgung sowie die energetische Sanierung von Gebäuden im Stadtteil unter die Lupe zu nehmen und Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Wer entwickelt das Quartierskonzept?

Das energetische Quartierskonzept in Blumenthal ist ein Projekt der gemeinnützigen Bremer Klimaschutzagentur energiekonsens. Finanziert wird es von der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft sowie durch Mittel der KfW-Bank. Die Firma Beks Energie Effizienz leistet die energetische Beratung, Auswertung der erhobenen Daten und Formulierung der darauf basierenden Empfehlungen. Gemeinsam mit Partner*innen konzipiert das Büro die Bürgerbeteiligung und informiert während der Entwicklung zu den aktuellen Phasen, Maßnahmen und zum Vorgehen. energiekonsens selbst koordiniert das Projekt und bietet zusätzliche Informationsveranstaltungen und Gruppenberatungen im Quartier an. Ihre Ansprechpartner*innen finden Sie in der rechten Spalte.

Wie kann ich mitmachen?

Alle Hauseigentümer*innen, Mieter*innen und Interessierte aus dem Quartier sind herzlich eingeladen, sich mit Ideen, Vorschlägen und der Bereitstellung von Daten am Quartierskonzept zu beteiligen. Eine erste Möglichkeit hierfür bietet die Auftaktveranstaltung, der Termin wird zeitnah bekannt gegeben.In den kommenden Monaten wird es weitere Veranstaltungen zu verschiedenen Themen geben. Aktuelle Termine und Informationen finden Sie auf dieser Webseite.


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