Modellhafte umwelt- und klimafreundliche Tagungsgastronomie bei Großveranstaltungen

Besonders bei Großveranstaltungen bietet die Gastronomie interessante Ansatzpunkte und großes Potenzial für Klimaschutzmaßnahmen mit direkter Wirkung. Die Umsetzung einer nachhaltigen, energieeffizienten, umwelt- und klimafreundlichen Verpflegung bei Großveranstaltungen sollte daher das Ziel aller in der Tagungsgastronomie tätigen Akteur*innen (Cateringunternehmen, Hotels, Lieferanten im Lebensmittelgroßhandel und deren Mitarbeiter*innen) sein. Das Projekt "Klimagerechte Tagungsgastronomie" richtet sich genau an diese Akteur*innen.

Am Beispiel des International Coral Reef Symposium (ICRS), bei dem vom 18. bis 23. Juli 2021 in Bremen ca. 2.500 bis 3.000 Wissenschaftler*innen aus der ganzen Welt erwartet werden, sollen zusammen mit den betroffenen Gastronomieunternehmen daher Lösungsansätze für eine nachhaltige, energieeffiziente, umwelt- und klimafreundliche Tagungsgastronomie entwickelt werden.

Das Projekt ist in folgende Bausteine unterteilt:

Vertrag

Zu Projektbeginn steht die Begleitung und Beratung bei der inhaltlichen Ausgestaltung der vertraglichen Vereinbarung im Fokus. Der Veranstalter (ICRS Organisationskomitee) und die Caterer Geschmackslabor (KMU) und Maritim Hotel Bremen (mittelständig organisiert) vereinbaren einen Vertragsrahmen, der die Rechte, Pflichten und Anforderungen der Parteien regelt.

Coaching und Energieberatung

Zusammen mit den Verpflegungsproduzenten werden geeignete Speisenangebote und die dafür notwendigen Prozesse entwickelt. Parallel werden die beteiligten Personen im Rahmen von beruflichen Fortbildungsmaßnahmen geschult. Das Coaching beinhaltet u.a. folgende Maßnahmen:

  • Erstellung eines saisonalen, regionalen, pflanzenbasierten und vollwertigen Wochenspeiseplans auf Basis des Ökolandbaus
  • Ökonomische Betrachtung des Speiseplans hinsichtlich des Insourcings (Analyse und Abwägung von Wiedereingliederungen zuvor ausgelagerter Prozesse und Funktionen)
  • Etablierung von Patenschaften unter Nutzung bestehender Synergien, z. B. des Biostadt- und Fairtrade-Netzwerks sowie der solidarischen Landwirtschaft auf Basis einer entsprechenden Zusammenarbeit mit dem Großmarkt Bremen
  • Darüber hinaus erhalten die beteiligten Unternehmen eine Energieanalyse und CO₂-Bilanz

Modellhafte Umsetzung während der Veranstaltung

Die gesamte Wertschöpfungskette der Verpflegung während des Symposiums soll so energieeffizient, umwelt- und klimafreundlich wie möglich gestaltet werden. Das beinhaltet einerseits die Verwendung saisonaler und regionaler Lebensmitteln sowie die Erhöhung des Anteils und der Akzeptanz der vegetarischen und veganen Produkte. Darüber hinaus sollen sowohl die Lebensmittelabfälle als auch der Verpackungsmüll auf ein Minimum reduziert werden.

Entwicklung und Erprobung von Unterrichtsmaterialien sowie Handlungsempfehlungen

Im Dialog mit den zuständigen Berufsschulen sollen Auszubildende zu Köch*innen, Hauswirtschafter*innen und Veranstaltungsfachleuten die Aspekte der nachhaltigen Tagungsgastronomie vermittelt bekommen. Hierfür sollen dazu passende Handreichungen und Unterrichtsmodule für Berufsschullehrer*innen entwickelt und in der Praxis erprobt werden.