Gegenstand des integrierten energetischen Quartierskonzeptes ist ein circa 37 Hektar großes Gebiet im Ortsteil Grünhöfe in Bremerhaven. Aufgrund des energetischen Zustands der Gebäude und einer überwiegenden Wärmebedarfsabdeckung durch Öl- und Gasheizungen, regt energiekonsens die Erstellung eines integrierten energetischen Quartierskonzeptes
an. Der Gebäudebestand in dem Quartier ist geprägt durch Einfamilienhäuser (EFH). Diese stammen überwiegend aus den 1960er und 70er Jahren. In diesem Zeitraum wurde der gesamte Ortsteil Grünhöfe neu unter dem Leitbild der Gartenstadt erschlossen. Das Gebiet ist dicht besiedelt und alle Grundstücke verfügen über einen mehr oder weniger großen Garten. Neben den Wohngebäuden befinden sich im Randbereich des Untersuchungsgebiet östlich Gewerbebetriebe. Insgesamt befinden sich ca. 340 Gebäude im Quartier. Im Fokus steht die Erarbeitung eines energetischen Sanierungsfahrplans für ein vergleichsweise heterogenes Quartier in Bezug auf Eigentümerstruktur und Sanierungsstand der Bestandsbebauung.

Quartierskarte Bremerhaven Grünhoefe erfinderviertel
© energiekonsens
Das Projektgebiet im Bremerhaven Grünhöfe (rote Gebäude). © energiekonsens; Kartengrundlage: © Open Street Map contributors

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Häufige Fragen zum Quartierskonzept

Was ist ein energetisches Quartierskonzept?

Das Quartierskonzept der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens gibt den Hauseigentümer*innen im Erfinderviertel eine freiwillige und kostenlose Hilfestellung bei der Entscheidung und Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen. Ziel des Quartierskonzepts ist es, Wege zu einem klimaneutralen Quartier aufzuzeigen. Ein integriertes energetisches Quartierskonzept bildet die Gesamtenergiebilanz eines Quartiers und Empfehlungen für Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung ab. Im Fokus stehen dabei die energetische Sanierung der Gebäude und klimafreundliche Energie- und Wärmeversorgungslösungen. Aber auch weitere Themen wie die Mobilität im Quartier werden berücksichtigt und sinnvoll miteinander verknüpft.

Professionelle Energieberater*innen nehmen im Quartier übliche Häuser unter die Lupe und sprechen auf dieser Basis Empfehlungen für energetische Sanierungsmaßnahmen im Quartier aus – sowohl individuelle Maßnahmen als auch gemeinschaftliche Maßnahmen für ganze Straßenzüge oder das Quartier insgesamt. Weitere wichtige Themen sind klimafreundliche Heizungslösungen, Solarenergie, klimafreundliche Mobilität und die Anpassung an den Klimawandel.

Hauseigentümer*innen im Quartier sind dabei herzlich eingeladen, Ideen und Vorschläge für ihren Stadtteil einzubringen. Bei der Präsentation der Ergebnisse erfahren Hauseigentümer*innen, welche Maßnahmen sich sowohl aus Klimaschutz- als auch aus wirtschaftlichen Gründen für ihr Haus und ihr Quartier besonders lohnen würden. Dabei werden aktuelle Fördermöglichkeiten einbezogen.

Was bietet mir ein energetisches Quartierskonzept?

Zunächst bietet das Quartierskonzept Information und eine professionelle Entscheidungsgrundlage für individuelle und gemeinschaftliche energetische Maßnahmen in einem Quartier: Welche Dämmmaßnahmen versprechen einen besonders hohen Effizienzgewinn bei den üblichen Gebäudetypen im Quartier? Mit welchen Kosten müssten Hauseigentümer*innen rechnen und wie hoch wären die voraussichtlichen Nebenkosteneinsparungen? Könnte eine gemeinschaftliche Wärmeversorgung für die Nachbarschaft technisch umgesetzt und wirtschaftlich betrieben werden? Was wären die Voraussetzungen, Kosten und nächsten Schritte? Solche und viele weitere Fragen werden in dem Konzept von Expert*innen anhand von lokalen Daten und exemplarischen Musterberatungen beantwortet. Die in dem Konzept entwickelten Empfehlungen für energetische Maßnahmen sollen Hauseigentümer*innen Hilfestellung geben. Ob am Ende des Konzeptes Maßnahmen umgesetzt werden und wenn ja, welche entscheiden immer die Hausbesitzer*innen selbst. Durch ein energetisches Quartierskonzept wird niemand zum Sanieren gezwungen, niemand muss sich an gemeinschaftlichen Vorhaben beteiligen. Begleitend zur Konzepterstellung bietet die gemeinnützige Klimaschutzagentur energiekonsens auch kostenfreie Infoveranstaltungen und Gruppenberatungen zu einzelnen Energiethemen im Quartier an.

Kostet mich das Quartierskonzept oder die damit verbundenen Beratungen und Veranstaltungen etwas?

Nein. Das Quartierkonzept ist eine unabhängige und kostenfreie Hilfestellung für Hauseigentümer*innen im Erfinderviertel. Sämtliche Aktivitäten bei der Entwicklung und Begleitung des Quartierskonzeptes (z.B. Musterberatungen, Infoveranstaltungen, Gruppenberatungen) sind kostenfrei – die Teilnahme ist freiwillig. Initiiert wurde das zusätzliche Informations- und Austauschangebot von der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens, finanziert wird es von der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft sowie durch Mittel der KfW-Bank.

Muss ich jetzt mein Haus sanieren?

Nein. Eigentümer*innen können selber entscheiden, ob und wann sie Sanierungsmaßnahmen an ihrem Haus vornehmen oder sich an gemeinschaftlichen Lösungen beteiligen wollen. Durch das Quartierskonzept entstehen keine Verpflichtungen zur Sanierung – es dient der Information und des persönlichen Austausches. Mit Blick auf die immer stärkeren Auswirkungen der Klimakrise und auch die immer teureren Energiekosten im Zuge von fossilen Abhängigkeiten und der wachsenden CO₂-Bepreisung wollen jedoch bereits viele Hauseigentümer*innen schnell handeln. Die Ergebnisse des energetischen Quartierkonzeptes sollen hier unabhängige Hilfestellung geben.

Wie kann ich mitmachen?

Alle Hauseigentümer*innen, Mieter*innen und Interessierte aus dem Quartier sind herzlich eingeladen, sich mit Ideen, Vorschlägen und der Bereitstellung von Daten am Quartierskonzept zu beteiligen. Eine erste Möglichkeit hierfür bietet die Auftaktveranstaltung, der Termin wird zeitnah bekannt gegeben. In den kommenden Monaten wird es weitere Veranstaltungen zu verschiedenen Themen geben. Aktuelle Termine und Informationen finden Sie auf dieser Webseite.


Projektpartner

BauBeCon Sanierungsträger GmbH

DSK GmbH