Bürgerschaftliche Nahwärme und die kommunale Wärmewende – stimmt der Rahmen?
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Die Wärmeversorgung der Zukunft wird bundespolitisch gesteuert und lokal umgesetzt. Dabei ist entscheidend, wie stimmig der gesetzliche Rahmen der Wärmewende aus Gebäudeenergiegesetz (GEG), Wärmeplanungsgesetz (WPG) und den zugehörigen Förderinstrumenten in der Praxis wirkt. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie Kommunen die Transformation mit konkreten, praxistauglichen Maßnahmen gestalten können, die über die Erstellung von Wärmeplänen hinausgehen.
Gerade in dicht bebauten Quartieren und „schwer zu versorgenden“ Gebieten können bürgerschaftlich getragene Nahwärmenetze, die beispielsweise Erdwärme nutzen, ein wichtiger Baustein sein. Solche Modelle stärken nicht nur die Klimawirkung, sondern können auch die Gemeinwohlorientierung und die gesellschaftliche Mitwirkung bei der Wärmewende erhöhen.
Projektergebnisse, Praxisbezug und Diskussion
Zu Beginn der Veranstaltung werden die Ergebnisse des von der DBU geförderten Projekts „Urbane Anergienetze als Instrument der Wärmewende“ der Hochschule Bremen und von energiekonsens vorgestellt. Konkret werden Erfahrungen aus einem Projekt in Bremen präsentiert und die Frage aufgeworfen, wie bürgerschaftliche Nahwärmenetze gezielt unterstützt und weiterverbreitet werden können.
Ergänzend werden aktuelle Erkenntnisse zur kommunalen Wärmeplanung präsentiert. Eine kritische Einordnung des regulativen Rahmens und seiner Weiterentwicklung bildet den Abschluss des Programms.
Referent:innen
Vortrag: Kommunale Wärmeplanung als Rahmen lokaler Transformation
Wärmeplanung ist mehr als ein Planungsprozess. Sie kann der Ausgangspunkt für konkrete Umsetzung werden. Robert Riechel beleuchtet anhand aktueller Erfahrungen, welche Faktoren kommunale Wärmeplanung wirksam machen, wo Kommunen typischerweise an Grenzen stoßen und wie aus Strategien tatsächlich Maßnahmen und Projekte vor Ort entstehen.
Vortrag: Stimmt der Rahmen? Eine kritische Betrachtung der Gestaltung der Wärmewende.
Wie gut greifen das Gebäudeenergiegesetz, das Wärmeplanungsgesetz und die Förderinstrumente in der Praxis ineinander und wo entstehen Lücken, Unsicherheiten oder Fehlanreize? Veit Bürger liefert eine fundierte Einordnung des aktuellen Rahmens und zeigt auf, welche Stellschrauben entscheidend sind, damit die Wärmewende vor Ort wirksam und umsetzbar wird.
Kommentar: Genossenschaften & Bürgerwärme
Wie lassen sich bürgerschaftliche Nahwärmelösungen in Städten tragfähig organisieren? Jonas von Obernitz ordnet die Potenziale genossenschaftlich organisierter Nahwärmenetze im Kontext der urbanen Wärmewende ein. Dabei stehen Erfolgsfaktoren wie Beteiligung, Trägerschaft, Finanzierung und Umsetzbarkeit in der Praxis im Fokus.
Kommentar: Von der Idee zur Umsetzung
Wie wird aus einer guten Idee ein umsetzbares Wärmeprojekt? Philipp Metz (ErdwärmeDich Anergienetze e. G.) berichtet aus der Praxis einer bürgerschaftlich getragenen Initiative aus Bremen, die sich für die Umsetzung von Erdwärme- und Anergienetzlösungen in Quartieren engagiert. Im Kommentar zu den Projektergebnissen geht es um zentrale Fragen der Umsetzung.
Programm
10.00 Uhr: Winfried Osthorst (Hochschule Bremen) Begrüßung
10.10 Uhr: Ulf Jacob (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) Projekte und Förderung der kommunalen Wärmewende
10.15 Uhr: Teil 1: 10.15 Uhr: Teil 1: Projektergebnisse & Praxisperspektiven: Urbane Anergienetze als Instrument der Wärmewende?
Zentrale Forschungsergebnisse seitens des Projektteams (Hochschule Bremen und energiekonsens)
11.00 Uhr: Jonas von Obernitz (DGRV)
11.30 Uhr: Phillip Metz (ErdwärmeDich Anergienetze e.G.)
12.00 Uhr: Mittagspause
13.00 Uhr: Teil 2: Rahmenbedingungen & lokale Transformation
13.05 Uhr: Robert Riechel (Difu)
13.45 Uhr: Dr. Veit Bürger (Öko-Institut)
14.15 Uhr: Fragen und moderierte Diskussionsrunde mit allen Referent:innen
15.00 Uhr: Ende der Veranstaltung
Für wen ist die Veranstaltung?
Die Veranstaltung richtet sich an Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft, an Energieinitiativen sowie an bürgerliche, genossenschaftliche und kommunale Akteur:innen, die die Wärmewende aktiv gestalten und die Umsetzung vor Ort beschleunigen wollen.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Forschungsvorhaben "Erdwärme vernetzt" statt. Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Projekt wird über einen Zeitraum von zwei Jahren (Juni 2024 bis Juli 2026) von der Hochschule Bremen und der Klimaschutzagentur energiekonsens durchgeführt. Projektleiter ist Prof. Dr. Winfried Osthorst.
Ansprechpartner:innen sind Christian Rinner für die Hochschule Bremen, Martin Grocholl, Henrik Unrath und Frida Kopka für energiekonsens.
Weitere Informationen
- Ort
- online (zoom)
- Teilnahme
- kostenfrei
- Veranstaltende
- Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Hochschule Bremen, Bremer Klimaschutzagentur energiekonsens
- Ort
- Hybrid
online - Bremer Landesvertretung in Berlin - Weiteres
- Sie möchten bei der Veranstaltung vor Ort teilnehmen?
Eine Anmeldung ist ab Mitte März 2026 möglich. Schauen Sie dann gerne auf unserer Webseite vorbei. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt.