Klimaschutz im Land Bremen zeigt sich an ganz unterschiedlichen Orten
Senatorin Henrike Müller auf Klimaschutz-Sommertour mit energiekonsens
Ob auf dem Fabrikgelände, im Handwerksbetrieb oder am Flughafen: Der Klimaschutz im Land Bremen zeigt sich an ganz unterschiedlichen Orten. Wie Projekte und Unternehmen in Bremerhaven und Bremen mit innovativen Ansätzen die Wärmewende, klimafreundliches Bauen, die Dekarbonisierung der Industrie und nachhaltige Infrastruktur voranbringen, verfolgte die diesjährige Klimaschutz-Sommertour der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens mit der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Henrike Müller.
„Die Herausforderungen des Klimawandels lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Die Stationen der Sommertour zeigen eindrucksvoll, wie viel Innovationskraft, Fachwissen und Engagement im Land Bremen vorhanden sind. Hier entstehen Lösungen, die nicht nur zum Klimaschutz beitragen, sondern auch unsere Wirtschaft stärken und die Lebensqualität der Menschen verbessern", sagt Senatorin Henrike Müller.
„Die Transformation findet nicht erst morgen statt, sie ist an vielen Orten bereits im vollen Gang. Unternehmen investieren in klimafreundliche Technologien, Menschen setzten Impulse aus Beratungsangeboten um und innovative Betriebe entwickeln nachhaltige Lösungen. Mit der Sommertour wollen wir diese Beispiele sichtbar machen und den Dialog zwischen den Akteuren stärken", sagt Martin Grocholl, Geschäftsführer von energiekonsens. Die Klimaschutzagentur bringt mit der Aktion seit vielen Jahren Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis miteinander ins Gespräch.
Auftakt in Bremerhaven: Beratung für Bürgerinnen und Bürger
Heinfried Becker zeigt die mobilen Exponate im Klima Bau Zentrum in Bremerhaven. (Foto: Antje Schimanke / energiekonsens)
Los ging es am Donnerstag mit dem Klima Bau Zentrum in Bremerhaven. Als zentrale Anlaufstelle unterstützt es seit April 2025 Bürgerinnen und Bürger bei Fragen rund um energetische Sanierung, klimafreundliches Heizen und nachhaltiges Bauen. „Für Ressourcen schonendes Wohnen sind Ansprechpartner vor Ort unerlässlich. Die Beratung vor Ort sowie die Zusammenarbeit mit der Hochschule und weiteren Partnern des Zentrums leisten hier einen wichtigen Beitrag“, so Heinfried Becker, Büroleiter der Klimaschutzagentur energiekonsens in Bremerhaven.
Grüne Fliesen aus Bremerhaven
Spezielle rahmenlose Leichtbau-Solarmodule an der Fassade der Deutsche Steinzeug Solar Ceramics in Bremerhaven. (Foto: Antje Schimanke/energiekonsens)
Wie ein energieintensives Industrieunternehmen seine Abhängigkeit von fossilen Energien massiv reduzieren kann, erfuhr die Senatorin von der Deutschen Steinzeug Solar Ceramics GmbH (ehem. NordCeram) im Bremerhavener Fischerhafen. Das Unternehmen stellt bei Temperaturen von über 1.000 Grad Keramikfliesen her und verfolgt trotzdem konsequent das Ziel der Klimaneutralität. Hürden und Fortschritte bei der Umstellung der energieintensiven Industrieproduktion stellten Dr. Johannes Rostan vom Mutterkonzern Metawolf sowie Thomas Seubert und Peter Jetz vom Bremerhavener Werk den Gästen vor. Statt Gas zu verbrennen, und so Preisschwankungen und Lieferengpässen ausgesetzt zu sein, soll künftig Photovoltaik an den Fassaden und auf den Dächern eine Leistung von vier bis fünf Megawatt Peak liefern und mithilfe moderner Speicher das Werk komplett autark betreiben. Damit rückt die „grüne Fliese“ in Bremerhaven in greifbare Nähe.
„Die Umstellung einer energieintensiven Industrieproduktion auf Klimaneutralität ist kein Projekt von heute auf morgen, sondern eine strategische Kraftanstrengung. Mit Bremerhaven schaffen wir einen Pilotstandort, der zeigt, dass sich das für den gesamten Konzern lohnt", so Dr. Johannes Rostan.
Nachhaltigkeit am Flughafen Bremen
Am Flughafen Bremen fuhren die Gäste an der größten zusammenhängenden Grünfläche im Land Bremen, Bienenstöcken, einer Beton-Recyclingstation sowie einer Grundwassersanierungsanlage vorbei. (Foto: Katja Thiele/energiekonsens)
Auf den ersten Blick scheinen Luftverkehr und Nachhaltigkeit ein Widerspruch zu sein. Bei der Sommertour zeigte der Flughafen Bremen, wie stark Klimaschutz dort auf vielen Ebenen gelebt wird: Neben Maßnahmen zur Reduzierung von CO2-Emissionen, der Förderung der Biodiversität auf dem Flughafengelände, einem schonenden Umgang mit wertvollen Ressourcen wie Beton realisiert der städtische Betrieb zahlreiche effiziente Energiekonzepte.
„Seit 20 Jahren setzen wir Energieeffizienzmaßnahmen konsequent um und überwachen unsere Emissionen durch ein kontinuierliches Monitoring. So konnten wir die direkt beeinflussbaren Treibhausgasemissionen im Jahr 2024 im Vergleich zu 2010 um 82 Prozent reduzieren", erläuterte Jörg Rußelmann, Stabsstellenleiter Energie am Bremer Flughafen. „Die kontinuierliche Zusammenarbeit mit energiekonsens seit 2006 sowie verschiedene Landesförderprogramme haben uns dabei sehr geholfen.“
Wärmewende braucht Handwerk: Station Hemelingen
Ein Gruppenbild zum Abschluss - mit den Handwerker*innen am Strotthoffkai in Hemelingen. (Foto: Bonnie Wenzke)
Vom Flughafen ging es mit Rädern nach Hemelingen, zum Handwerkerhof am Strotthoffkai. Der Besuch bei der Ventimola GmbH, der Zimmerei Bremer Holzbau, dem Bauunternehmen Vetterbau, der Malerfachbetrieb Bremer Farbenzauber und weiteren Akteuren zeigte, wie Kooperationen im Handwerk die Sanierung von Altbauten für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer vereinfachen. „Kein Gewerk gewinnt die Wärmewende allein“, betonte Harald Meinken von der Ventimola GmbH. „Wir sind hier Gewerke-übergreifend vernetzt und haben untereinander kurze Wege zu Energieberatern, Architekten und den Kollegen. Das beschleunigt die Umsetzung enorm.“ Die Bremer Unternehmen veranschaulichten nicht nur den Mehrwert guter Zusammenarbeit, sondern auch welchen Beitrag natürliche Ressourcen und moderne Gebäudetechnik zur Wärmewende leisten kann.
Fazit: Vom Beispiel in die Breite
„Die Klimaschutz-Sommertour hat gezeigt, dass die nachhaltige Transformation im Land Bremen an vielen Stellen bereits passiert – durch innovative Unternehmen, engagierte Beratungseinrichtungen und starke Partnerschaften zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“, bilanziert Martin Grocholl. Die Tour bot zugleich Gelegenheit, erfolgreiche Projekte kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam neue Impulse für den Klimaschutz zu entwickeln. „Die Lösungen für den Klimaschutz sind da. Jetzt kommt es darauf an, sie gemeinsam in die Breite zu bringen", so Grocholl.