Rund 70 Auszubildende der Bremer Verwaltung haben erfolgreich am Projekt „Kommunale Klimascouts – Azubis für mehr Klimaschutz" teilgenommen. Bei einer feierlichen Abschlussveranstaltung im Tabakquartier haben die Teams nun ihre selbst entwickelten Klimaschutzprojekte präsentiert.
Bereits zum vierten Mal haben die gemeinnützige Klimaschutzagentur energiekonsens, das Aus- und Fortbildungszentrum für den bremischen öffentlichen Dienst (AFZ) und die Verwaltungsschule Bremen das Projekt mit Auszubildenden im ersten Ausbildungsjahr gemeinsam umgesetzt. Erstmals waren auch Justizfachangestellte in Ausbildung mit dabei.
In eigens konzipierten Workshops in fünf Modulen wurden die Teilnehmenden in die Themen Klimawandel und kommunaler Klimaschutz eingeführt, erhielten Grundlagen in Projektmanagement und Kommunikation und entwickelten eigene Klimaschutzprojekte.
„Verwaltung kann Wandel gestalten, wenn Menschen die Chance bekommen, ihn mitzugestalten. Die Projekte zeigen, wie viel Potenzial gerade in jungen Mitarbeitenden steckt. Genau deshalb ist die Zusammenarbeit mit der Verwaltungsschule, dem AFZ und weiteren Partnern so wertvoll: Klimaschutz entsteht nicht auf dem Papier, sondern durch Menschen, die den Wandel jeden Tag mit Leben füllen.“, so Martin Grocholl, Geschäftsführer der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens.
Klimaschutz am Arbeitsplatz und darüber hinaus
Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete ein Gang durch die Ausstellung der Azubi-Projekte. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig die Ansatzpunkte sein können: Die Gruppe „Grüner Arbeitsplatz" untersuchte den bremischen Beschaffungskatalog systematisch auf Nachhaltigkeitspotenziale und entwickelte einen Katalog mit konkreten Alternativen – mit unmittelbarem Bezug zum dienstlichen Alltag. Das Projekt „KlimaCheck" überzeugte mit einem eigenständig erarbeiteten Aktionspaket aus Checklisten, Handout, Stickern und einem Quiz zum klimafreundlichen Handeln im Büro. Das Team „Klimawende 6.0" entwickelte die Idee, alle nicht-systemrelevanten Computer der Bremer Verwaltung nachts automatisch herunterfahren zu lassen. Auch den Heimweg dachte ein Team mit: Die „Beutelretter" schlugen eine Sammelstation für wiederverwendbare Einkaufsbeutel in der Dienststelle vor, um Kolleginnen und Kollegen den nachhaltigen Transport von Einkäufen zu ermöglichen.
Wertschätzung für neue Perspektiven
„Ausbildung bedeutet heute auch, junge Menschen auf neue Herausforderungen vorzubereiten und ihnen Räume zu geben, in denen sie Veränderung aktiv mitgestalten können. Die Azubis haben heute eindrucksvoll gezeigt, wie sie diese Räume mit Problembewusstsein und Ideenreichtum füllen können. Dieses Engagement verdient großen Respekt", sagt Katja Lessing, Leiterin des AFZ und Direktorin der Verwaltungsschule Bremen.
Perspektivisch soll das Angebot auf weitere Ausbildungsgänge ausgeweitet werden, etwa auf Auszubildende in Eigenbetrieben und Unternehmen mit kommunaler Beteiligung. Ziel ist es, Klimaschutzkompetenzen breiter in Verwaltung und kommunalnahen Unternehmen zu verankern und die kommunalen Klimaziele dort sichtbar voranzubringen.