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Wärmewende voranbringen: Bund fördert neues Forschungsprojekt in Bremen

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Bremen, den 28.04.2026. Bremen wird zum Modell für die Wärmewende: Das Forschungsprojekt „KWP Boost – Bürgerschaftliche Mitwirkung als Schlüssel zur Umsetzung der Kommunalen Wärmeplanung“ untersucht in der Hansestadt, wie Kommunen die Menschen vor Ort für eine praxistaugliche und sozial tragfähige Wärmeversorgung einbinden können. Umgesetzt wird das Projekt in Bremen von der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens und der Hochschule Bremen. Weitere Projektpartner sind das Berliner Beratungsunternehmen adelphi research sowie das Ecolog-Institut aus Lüneburg.

Am 7. April 2026 hat der Bremer Senat den kommunalen Wärmeplan für die Stadt Bremen beschlossen. Auch für andere Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohner*innen steht bis zum Sommer die Veröffentlichung der kommunalen Wärmepläne an. Sie zeigen, wie die Wärmeversorgung der Zukunft aussehen könnte und sind von zentraler Bedeutung, damit Deutschland bis 2045 Klimaneutralität erreicht und sich weiter aus der Abhängigkeit von Öl und Gas befreit.

Die große Herausforderung ist jetzt die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen vor Ort. Hier setzt das Forschungsprojekt an: In ausgewählten Bremer Quartieren erproben die Projektpartner neue Wege zielgruppenspezifischer Ansprache und Beteiligung. Zusätzlich entwickeln die Partner praxisnahe Handlungsempfehlungen für die Initiierung und Umsetzung erneuerbarer Energiegemeinschaften. Die Ergebnisse dienen anderen Kommunen, Planer*innen und Initiativen künftig als Orientierung für eine erfolgreiche Umstellung der Wärmeversorgung in urbanen Räumen.

Klimaschutz, Kostenstabilität und soziale Sicherheit

„Die Wärmewende in Städten ist für den Klimaschutz und die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern fundamental“, so Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft in Bremen. „Für ihren nachhaltigen Erfolg sind die Expertise und die Tatkraft der Menschen vor Ort unverzichtbar – ebenso wie verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit für Haushalte und Unternehmen. Das Projekt ist darum genau richtig, um Kommunen mit praxistauglichen Handlungsempfehlungen gezielt zu unterstützen, und die Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium unterstreicht erneut die Bedeutung von Bremer Akteuren wie energiekonsens und den Hochschulen für Klimaschutz und Wissenschaft. Zugleich ist entscheidend, die Menschen transparent zu informieren und die Umsetzung sozial bezahlbar zu gestalten.“

Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt ein Blick auf die Situation vor Ort: „Etwa zwei Drittel der Gebäude in Bremen und Bremerhaven werden noch mit Öl und Gas beheizt“, so Martin Grocholl, Geschäftsführer von energiekonsens. „Das verstärkt die Klimakrise und sorgt angesichts steigender CO2-Preise sowie der geplanten Grüngasquote für absehbar höhere Kosten. Hinzu kommen große Sorgen und Verunsicherungen im Falle von geopolitischen Krisen, wie wir sie derzeit wieder erleben.“

Professor Dr. Jürgen Knies von der Hochschule Bremen betont vor diesem Hintergrund, dass technische Lösungen allein nicht ausreichen: „Kommunikation aus der Gießkanne funktioniert nicht. Das Projekt setzt genau da an: So unterschiedlich die Lebenslagen der Menschen sind, so unterschiedlich müssen Informationen aufbereitet und sinnvolle Handlungsoptionen aufgezeigt werden.“

Die Sozialverträglichkeit der Maßnahmen ist ein zentrales Anliegen des Projekts und gerade in Großstädten wie Bremen besonders wichtig. Denn nur, wenn auch Menschen mit geringem Eigenkapital und begrenzten Mitteln bezahlbar und zukunftssicher Heizen, kann die Wärmewende gelingen.

Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung über den Förderaufruf „Vom Plan zur Wende“ über 2 Jahre gefördert.