Zum Inhalt springen

Solar-Boom in Bremen: Jährlicher Zubau seit 2022 fast verfünffacht

Ein Beratungsgespräch am Solarkataster im Klima Bau Zentrum Bremen. Ein Mann zeigt auf den Bildschirm und erklärt einem anderen, was dort zu sehen ist.

Damit der Boom nicht abflaut: Ein vielfältiges Programm und Beratungsangebot erwartet die Besucher*innen bei den Solartagen. Foto: energiekonsens / Jan Rathke

Bremer Solartage im Klima Bau Zentrum zeigen Wege zur eigenen Energiewende

Bremen bleibt beim Ausbau der Solarenergie auf Rekordkurs. Laut dem Melderegister der Bundesnetzagentur sind erstmals Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 200.000 Kilowatt-Peak (kWp) in Betrieb. Im Jahr 2025 gingen im Land Bremen fast 4.000 Anlagen neu ans Netz. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 lag der jährliche Zubau noch bei knapp 800 Anlagen. Damit hat sich das Tempo bei den Neuinstallationen innerhalb von drei Jahren verfünffacht. Diesen massiven Aufwärtstrend unterstützen die gemeinnützige Klimaschutzagentur energiekonsens, die Handwerkskammer Bremen und die Verbraucherzentrale Bremen mit den „Bremer Solartagen“. Noch bis zum morgigen Samstag, den 20. Juni, dreht sich im Klima Bau Zentrum alles um das Thema Solarenergie.

Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Henrike Müller, eröffnete die Solartage und zog eine positive Zwischenbilanz: „Der Solarausbau-Rekord ist ein wichtiger Meilenstein für eine klimafreundliche Energieversorgung. Er stärkt die grüne Stromproduktion, macht uns unabhängiger von Öl- und Gasimporten, sorgt für sichere Aufträge im Handwerk und bringt uns beim Klimaschutz voran.“

Jetzt handeln und Einspeisevergütung sichern

Angesichts der auf Bundesebene diskutierten Veränderungen bei Einspeisevergütung und weiterer möglicher Änderungen betont Martin Grocholl, Geschäftsführer der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens: „Die Energiewende bleibt ohne Sonnenstrom kaum denkbar, viele Menschen wollen sich unabhängig von Öl und Gas machen. Für Privathaushalte rechnen sich Solaranlagen weiterhin, nur eben anders als bisher. Durch die angedachten Reformen rücken Eigenverbrauch, Batteriespeicher und intelligente Energienutzung stärker in den Fokus. Wir zeigen mit kostenfreien Beratungen, Vorträgen und Workshops, wie die Umsetzung gelingt.“

Handwerk signalisiert Startbereitschaft

Die Befürchtung vor langen Wartezeiten entkräftet Alexander Gündermann, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Bremen: „Wer jetzt auf Solar und Wärmepumpe setzt, trifft die richtige Entscheidung fürs Klima. Das Bremer Handwerk steht bereit: Wir haben die Fachkräfte, wir haben das Know-how, und wir wollen liefern. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt.” Die Kammer unterstützt die Betriebe hierfür gezielt mit Fachlehrgängen und Digitalisierungsberatung.

Dass sich die Investition langfristig rechnet, bestätigt auch Inse Ewen, Koordinatorin Team Energie und Klimaschutz bei der Verbraucherzentrale Bremen: „Solarenergie ist für die meisten Haushalte eine wirtschaftliche Investition – besonders in Kombination mit einer Wärmepumpe oder einem Elektroauto. Entscheidend ist vorab eine unabhängige Beratung, denn kein Haus ist wie das andere.“

Praxis und Unterhaltung bis Samstagabend

Das Programm im Klima Bau Zentrum bietet bis Samstagabend ein breites Spektrum: Neben Beratungen und Vorträgen zu Speichern, Gründächern und Fördermitteln können Interessierte Balkonsolar-Anlagen in einem Praxis-Workshop direkt selbst ausprobieren. Den Abschluss bildet eine Lesung des Autors Michael Bukowski aus seinem Buch „Deutsches Sonnenmärchen“ – eine unterhaltsame Zeitreise durch die Geschichte der Solarenergie.