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Energiewende braucht auch in Zukunft die Dächer privater Haushalte

Zwei Personen auf einem Hausdach installieren ein Solarpanel

Für alle, die bereits investiert haben: Bei Bestandsanlagen soll die Einspeisevergütung bestehen bleiben, bis sie vertraglich ausläuft.

Was Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer jetzt wissen müssen

Nach Plänen des Bundeswirtschaftsministeriums soll die feste Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen bis 25 Kilowatt ab 2027 entfallen. Bislang erhalten Betreiber vieler EEG-geförderter Solaranlagen eine garantierte Vergütung je eingespeister Kilowattstunde. Die geplante Reform soll das ändern. Für neu installierte Anlagen soll die Vergütung ab dem kommenden Jahr vollständig entfallen. Bei Bestandsanlagen soll die Einspeisevergütung bestehen bleiben, bis sie vertraglich ausläuft.

Die neue Regelung würde insbesondere die Eigentümer privater Wohngebäude treffen. Geplant ist dieser Schlussstrich, da an sonnigen Tagen mitunter mehr Solarstrom ins Netz eingespeist als nachgefragt wird. Dann können die Strompreise an der Börse ins Negative fallen – so geschehen etwa am 1. Mai. Martin Grocholl, Geschäftsführer der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens, sieht zwar auch Reformbedarf, bewertet die geplanten Maßnahmen aber kritisch: „Die vielen Solaranlagen auf privaten Dächern senden ein deutliches Zeichen des Erfolgs erneuerbarer Energien. Diese breite Akzeptanz gilt es zu fördern und nicht auszubremsen. Die Energiewende braucht auch in Zukunft die Dächer privater Haushalte.“

Solarenergie bleibt zentraler Baustein der Energiewende

Wer künftig eine Solaranlage installiert, soll überschüssigen Strom nach den Reformplänen stärker am Strommarkt vermarkten. Wenn die Börsenpreise ins Negative fallen, lohnt sich das nicht immer und der bürokratische Aufwand kann hoch sein. Viele Haushalte könnten deshalb stärker auf Eigenverbrauch und Batteriespeicher setzen, um möglichst viel Solarstrom selbst zu nutzen. Nach Einschätzung der Klimaschutzagentur bleiben Solaranlagen so auch unter veränderten Förderbedingungen wirtschaftlich sinnvoll. „Selbst erzeugter Sonnen-Strom ist in der Regel deutlich günstiger als Netzstrom und kann einen erheblichen Teil des Haushaltsbedarfs decken“, erklärt Grocholl und ergänzt: „Besonders für Haushalte, die ihren Solarstrom überwiegend selbst nutzen – etwa in Kombination mit Batteriespeichern, Wärmepumpen oder E-Mobilität – bleibt Sonnenenergie hoch attraktiv.“

Beratung jetzt wichtiger denn je

Die Klimaschutzagentur für Bremen und Bremerhaven unterstützt Bremerinnen und Bremer durch kompetente Beratung. „Sollten die Pläne tatsächlich umgesetzt werden, lohnt es sich, noch in diesem Jahr eine Anlage ans Netz anzuschließen. Dann lässt sich noch von den bisherigen Regeln zur Einspeisevergütung profitieren“, so der Experte. Bei den Solartagen, die am 19. und 20. Juni parallel in Bremen und in Bremerhaven stattfinden, können sich Interessierte umfassend rund um das Thema Solarenergie beraten lassen – von Stecker-Geräten über Speicher bis hin zur Kombination mit Wärmepumpen. Die Veranstaltungen finden in den Klima Bau Zentren in Bremen und Bremerhaven statt. Auch unabhängig von den Solartagen stehen dort allen Bürgerinnen und Bürgern Sanierungslotsen mit einer unabhängigen und kostenfreien Orientierungsberatung sowie aktuellen Informationen und praktischen Tipps zur energetischen Modernisierung zur Seite.