Rohstoffe sparen, Gebäude weiter nutzen, Bauteile wiederverwenden: Vom 2. bis 8. November zeigt die gemeinnützige Klimaschutzagentur energiekonsens mit der Themenwoche „rethink:resources“ im Klima Bau Zentrum Bremen, wie ressourcenschonendes Bauen in der Praxis aussehen kann. Vorträge, Führungen, eine Ausstellung und Workshops geben Einblicke in neue Bauweisen und zeigen, warum der Umgang mit vorhandenen Gebäuden und Materialien für den Klimaschutz immer wichtiger wird.
Wer über Klimaschutz beim Bauen spricht, denkt häufig zuerst an Heizungen, Dämmung und erneuerbare Energien. Doch auch die Materialien, aus denen Gebäude bestehen, spielen eine wichtige Rolle: Sand, Kies, Holz und Metalle müssen gewonnen, verarbeitet und transportiert werden. Das kostet Energie und belastet die Umwelt. Ein weiterer Ansatzpunkt für den Klimaschutz liegt deshalb darin, Gebäude möglichst lange zu nutzen, sie an neue Anforderungen anzupassen und vorhandene Bauteile weiterzuverwenden.
Weiterbauen statt neu bauen
Wie das konkret gelingen kann, zeigt die Ressourcenwoche „rethink:resources“ der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens. Ein Beispiel ist das Projekt ReLAB der School of Architecture der Hochschule Bremen. Studierende haben ein ehemaliges Postgebäude in Bremen-Kattenturm untersucht, mit ökologischen Materialien und wiederverwendeten Bauteilen experimentiert und ihre Ideen direkt vor Ort im Maßstab 1:1 umgesetzt. Die nun im Bremer Zentrum für Baukultur präsentierte Ausstellung zeigt, welche Möglichkeiten im Gebäudebestand stecken – und welche Herausforderungen sich erst bei der praktischen Umsetzung zeigen. Eine gemeinsame Abendveranstaltung mit Führung findet am Montag statt.
Auch die Führung über die Überseeinsel macht unterschiedliche Ansätze für eine ressourcenschonende Bauwende sichtbar. Dort geht es um die Umnutzung bestehender Industriegebäude, eine zukunftsfähige Energieversorgung und Holzbauten, deren Konstruktion so angelegt ist, dass Bauteile perspektivisch wieder zurückgebaut und weiterverwendet werden können.
„Wenn wir Gebäude und Materialien länger nutzen, eröffnen sich zusätzliche Möglichkeiten für den Klimaschutz. Dafür müssen wir beim Planen und Bauen von Anfang an mitdenken, wie wir Ressourcen erhalten, Bauteile wiederverwenden und Gebäude für künftige Anforderungen weiterentwickeln können“, sagt Frida Kopka, Leiterin des Klima Bau Zentrums in Bremen.
Vom Baustoff bis zum Baurecht
Die Ressourcenwoche beleuchtet das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Eine Sonderausstellung im Klima Bau Zentrum zeigt anhand von Plänen und Schnittmodellen von Architekturstudierenden der Hochschule Bremen, wie Materialwahl und Konstruktion den Ressourcenverbrauch eines Gebäudes beeinflussen. Fachvorträge widmen sich unter anderem dem Umbau im Bestand, veränderten baurechtlichen Rahmenbedingungen und der Frage, womit sich ältere Gebäude sinnvoll dämmen lassen.
Auch die praktische Anwendung kommt nicht zu kurz: Bei einem Workshop im Norddeutschen Zentrum für Nachhaltiges Bauen in Verden können Interessierte und Fachleute Lehm als Baustoff kennenlernen und verschiedene Techniken selbst erproben. Ergänzt wird das Programm durch Angebote zum Reparieren und Tauschen, die den Gedanken der Wiederverwendung über den Gebäudebereich hinaus aufgreifen.
Impulse für die Bauwende
Mit der Ressourcenwoche bringt das Klima Bau Zentrum Fachleute aus Wissenschaft und Praxis sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger zusammen. Ziel ist es, Wissen über ressourcenschonende Bauweisen zugänglich zu machen, neue Lösungsansätze vorzustellen und den Austausch über die Zukunft des Bauens zu fördern.
Die Ressourcenwoche „rethink:resources“ findet vom 2. bis 8. November 2026 im Klima Bau Zentrum Bremen und an weiteren Veranstaltungsorten statt. Viele Angebote sind kostenfrei; für einzelne Workshops fallen Teilnahmegebühren an.